Sabrina Csendes ist studierte Betriebswirtin und seit früher Jugend von der Gestaltung schöner Räume fasziniert. Bereits als junge Erwachsene hat sie ihre eigenen Wohnräume regelmäßig neu inszeniert und Freunden dabei geholfen, aus ihren Wohnungen echte Wohlfühlorte zu machen. Nach der Geburt ihrer Tochter folgte sie endgültig ihrer Berufung und absolvierte mehrere Ausbildungen im Interior Design. Parallel dazu sammelte sie umfassende praktische Erfahrung, indem sie für einen großen Konzern Gastronomiebetriebe und Casinos einrichtete – eine Aufgabe, die ihr Verständnis für Raumwirkung, Materialien und funktionales Design nachhaltig geprägt hat.
Sabrina beschreibt sich selbst als jemanden, bei dem die Kreativität einsetzt, sobald sie einen Raum betritt: In ihrem geistigen Auge entstehen sofort Farbwelten, Formen, Materialien und Stimmungen, die einen Raum zum Leben erwecken können. Ihr Ziel ist es, Räume nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional und individuell zu gestalten – so, dass sie perfekt zu den Menschen passen, die darin leben oder arbeiten.
Sie glaubt fest daran, dass jeder Kunde ein eigenes Universum ist – und dass sich daraus der Stil ableitet. Deshalb arbeitet sie bewusst nicht nach einer starren Designrichtung.
Was zählt, ist die Persönlichkeit der Menschen. „Nur weil es mir gefällt, heißt das nicht, dass es auch dem Kunden gefällt“, sagt sie. Zuhören ist für sie der Schlüssel zu jedem gelungenen Interior-Projekt.
Seit fünf Jahren ist Sabrina erfolgreich selbstständig und arbeitet sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Ihre Projekte reichen von privaten Wohnräumen über Unternehmen bis hin zu anspruchsvollen gewerblichen Objekten. Ihr Anspruch ist stets derselbe: Räume zu schaffen, die nicht nur leben – sondern leben lassen.
Für mich beginnt alles mit einem guten räumlichen und dreidimensionalen Verständnis. Man muss einfach „sehen“ können, was ein Raum werden kann. Dazu gehören auch solide grafische Fähigkeiten, um Ideen klar zu vermitteln – egal ob Skizze, Moodboard oder Visualisierung.
Mindestens genauso wichtig ist der Umgang mit Menschen. Interior Design ist sehr emotional und ohne Empathie, Feingefühl und echtes Zuhören geht es nicht. Man begleitet Menschen in einem oft stressigen Prozess, daher braucht man Leidenschaft für den Beruf und die Fähigkeit, Projekte strukturiert zu koordinieren, auch wenn es einmal hektisch wird.
Was heute ebenfalls dazugehört: der souveräne Umgang mit KI. Sie ist ein enormer Hebel für Effizienz und Kreativität. Wer sie nicht nutzt, wird in den nächsten Jahren einfach von der Konkurrenz überholt. KI ersetzt nicht die Designerin – aber sie verstärkt ihre Fähigkeiten.
Ich gebe Online-Workshops am Institut für Interior Design, weil mich die Offenheit und Neugier der Teilnehmenden jedes Mal aufs Neue begeistert. Das Institut bietet einen Raum, in dem Lernen praxisnah, zeitgemäß und ohne starre Vorgaben möglich ist – genau das entspricht meiner Art zu arbeiten und Wissen weiterzugeben.
Gerade im Bereich künstliche Intelligenz ist es mir wichtig zu zeigen, wie neue Tools sinnvoll in den gestalterischen Alltag integriert werden können. Die Online-Workshops ermöglichen es mir, Menschen ortsunabhängig zu erreichen und ihnen konkrete Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihren Workflow vereinfachen und dennoch ihre eigene Handschrift bewahren können.
Mein absoluter Favorit sind Kinderzimmer. Dort kann ich meine Kreativität so richtig ausleben – ohne Grenzen, ohne Regeln, dafür mit ganz viel Fantasie. Ich liebe Projekte, in denen es bunt sein darf, in denen Formen, Farben und Ideen spielerisch zusammenkommen. Kinderzimmer geben mir die Möglichkeit, Räume zu schaffen, die nicht nur schön sind, sondern die Energie, Freude und Persönlichkeit widerspiegeln. Das macht mir jedes Mal unglaublich viel Spaß.
Ganz klar: Fake it till you make it. Sag niemals, dass es dein erstes Projekt ist und wirke nicht unsicher – Selbstbewusstsein ist ein großer Teil des Erfolgs in diesem Beruf. Die Erfahrung kommt mit der Zeit und mit jedem einzelnen Projekt, das du umsetzt. Und bis dahin: übe so viel du kannst. Gestalte für Freunde und Familie, sammle Feedback, probiere unterschiedliche Stile aus. So wächst du rein, wirst sicherer und entwickelst deinen eigenen Zugang zum Interior Design.
Die größte Herausforderung war definitiv, dass ich mich nicht mehr NUR auf den kreativen Teil des Berufs konzentrieren konnte. In der Selbstständigkeit übernimmt man plötzlich viele zusätzliche Rollen: Buchhalterin, Marketing-Expertin, Projektmanagerin, Social-Media-Verantwortliche – und manchmal alles gleichzeitig.
Der kreative Part bleibt zwar das Herzstück, aber der Erfolg hängt stark davon ab, wie gut man diese anderen Bereiche meistert. Das war anfangs ungewohnt, aber auch unglaublich lehrreich. Heute sehe ich es als Stärke, so viele Kompetenzen aufgebaut zu haben, die mein Business tragen und mich als Designerin unabhängiger und selbstbewusster machen.